Archiv für November 2009

100 Prozent Ökostrom – Gemeinde geht mit gutem Beispiel voran

Das kleine Örtchen Hilter im Süden von Osnabrück geht nun mit gutem Beispiel voran, was den Ökostrom angeht: In der Gemeinde soll der Strom bereits ab dem kommenden Jahr zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie bestehen. Als Lieferant für diesen grünen Strom soll dort die Wasserkraft dienen.

Demnach beträgt der Energieverbrauch von Hilter für öffentliche Einrichtungen sowie auch die Straßenbeleuchtung pro Jahr rund 1,5 Millionen Kilowattstunden. Auf diese Weise können mit dem Ökostrom innerhalb eines Jahres über 600.000 Tonnen des Klimakillers Kohlendioxid eingespart werden.

Norwegen nimmt erstes Osmose-Kraftwerk der Welt in Betrieb

© Statkraft

© Statkraft

In Norwegen wurde in dieser Woche das weltweit erste Osmose-Kraftwerk in Betrieb genommen. Verantwortlich dafür ist der staatliche Energieversorger Statkraft, der mit diesem Projekt auch testen will, wie man Energie aus dem Druck, der bei der Vermischung von Süß- und Salzwasser entsteht, gewinnen kann. Nachdem man bereits über einen Zeitraum von zehn Jahren geforscht hatte, ist nun die Zeit der praktischen Umsetzung gekommen. Laut Baard Mikkelsen, dem Chef des Unternehmens, wird die Osmose-Kraft zu einem wichtigen Bestandteil des weltweiten Energiemixes werden.

Das Osmose-Kraftwerk verfügt über eine Turbine, die vom Süßwasser betrieben wird. Das Süßwasser fließt durch eine Membran, um das Salzwasser, welches sich auf der anderen Seite befindet, zu verdünnen. Dieser Überdruck im Salzwasser wird dann dazu genutzt die Turbine an zu treiben und auf diese Weise dann den Strom zu erzeugen. Auch die norwegische Umweltstiftung WWF freut sich über den Einsatz des Unternehmens und auch das norwegische Königshaus ist vom neuen Osmose-Kraftwerk begeistert – und schickte zur Inbetriebnahme dann auch gleich die Kronprinzessin Mette-Marit vorbei.

Fernbedienung + Tastendruck = Strom

Eine neuartige Fernbedienung ist nun in der Lage, Energie praktisch auf Tastendruck zu erzeugen. Im Rahmen der Messe Embedded Technology 2009 haben die beiden Unternehmen NEC Electronics und Soundpower einen Prototypen dieser neuen Fernbedienung – die übrigens gänzlich ohne Batterien aus kommt – vorgestellt. In dieser Fernbedienung befindet sich demzufolge ein Mikrocomputer von NEC. Dieser ist in der Lage, Radiowellen in einem breiten Frequenzspektrum auszusenden. In Kombination mit einem Gerät von Soundpower, welches Strom aus Vibrationen erzeugt, kann die Fernbedienung dann batterielos betrieben werden.

Das Drücken einer Taste an der Fernbedienung verursacht Vibrationen, die dann dafür sorgen, dass Strom erzeugt wird. Seit dem Jahr 2006 forschen die beiden Unternehmen an dieser neuen Technologie, 2011 kann man dann damit rechnen, dass die Produktion in Serie geht.

Anspruch auf Stromversorgung unabhängig von Wohnort

Hartz IV-Empfänger haben neben der Regelleistung auch einen Anspruch auf die Übernahme der Kosten für eine angemessene Wohnung, und auch die Heizkosten werden in einer angemessenen Höhe vom Amt übernommen. Dass man jedoch nicht zwangsläufig auch in einer Wohnung leben muss, um von der Übernahme der Heizkosten profitieren zu können, zeigt nun der Fall eines 43-jährigen Arbeitslosen aus dem Rhein-Main-Gebiet. Der Mann lebt seit einer Weile in einem Bauwagen, der auf einem Wagenplatz in Frankfurt steht. Dort steht keine öffentliche Stromversorgung zur Verfügung und da auf diesem Platz keine anderen Generatoren erlaubt waren, bezog der Mann seinen Strom aus einer etwa 6000 Euro teuren Solaranlage.

Als diese dann im Herbst 2007 den Geist aufgab, beantragte er beim zuständigen Job-Center Ersatz. Dieser Antrag wurde zuerst abgelehnt, doch nun bekam der Arbeitslose in der zweiten Instanz Recht, so dass das Job-Center ihm ein Darlehen für den Kauf einer Solaranlage gewähren muss. Das Landessozialgericht in Darmstadt begründete seine Entscheidung damit, dass auch ein im Bauwagen lebender Hartz IV-Empfänger Anspruch auf ein menschenwürdiges Leben mit einer funktionierenden Stromversorgung hat.

Strom wird zum Jahresende teurer

Es hat beinahe schon Tradition – pünktlich zum Jahreswechsel können sich die Verbraucher wieder mal auf eine Erhöhung der Strompreise einstellen. Mindestens 40 Anbieter erhöhen die Kosten um durchschnittlich fünf Prozent – bei einem Verbrauch von 4000 kWh im Jahr würde das Mehrkosten von mindestens 46 Euro zur Folge haben. Seit dem Jahr 2000 werden die Strompreise immer um die Jahreswende herum kontinuierlich erhöht, so dass der Strom mittlerweile rund 40 Prozent teurer ist als noch vor neun Jahren.

Natürlich verlangen auch die großen Konzerne mehr von ihren Kunden, darunter auch EnBW – hier sollen Privatkunden mit Sonderverträgen rund 7,5 Prozent drauf zahlen. Bei Vattenfall werden 5,9 Prozent mehr in Rechnung gestellt. Als Ursache für die Preiserhöhungen geben die Stromversorger sowohl die gestiegenen Beschaffungskosten als auch jene Kosten an, die mit dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) verbunden sind.

Klimaschutz und sauberer Strom – Gut durchdacht ist halb gewonnen

In den letzten Jahren ist immer mehr Menschen klar geworden, dass wir dringend etwas gegen den Klimawandel und auch den weiteren Raubbau an der Natur tun müssen. Bei den Bemühungen, viele Dinge möglichst umwelt- und auch klimafreundlich auszustatten, besteht jedoch die Gefahr, dass sich bestimmte Problematiken nur verlagern, und nicht gänzlich auflösen. Ein Beispiel dafür ist zum Beispiel auch der Biosprit und generell das Thema “E-Auto”.

Für die Herstellung von Biosprit wird zum Beispiel in vielen Fällen Palmöl verwendet. Die starke Nachfrage nach Palmöl hat in Südamerika dazu geführt, dass große Flächen des Regenwaldes abgeholzt werden, um mehr Platz für weitere Palmöl-Plantagen zu schaffen. Der Regenwald ist aber ein sehr wichtiger Bestandteil des Ökosystems und darüber hinaus auch Heimat vieler Tierarten. Da diese aufgrund der Abholzung des Regenwaldes nicht mehr genügend Nahrung finden, sind sie gezwungen, immer näher an jene Gebiete heran zu rücken, in denen Menschen leben. Das hat vielerlei negative Auswirkungen. Und dies ist nur ein Aspekt, der bei der allgemeinen Begeisterung um alternative Energiequellen leider unter geht.

Schon besser sind dagegen die so genannten Elektro-Autos, die mit Strom betrieben werden. Auch hier ist dann allerdings darauf zu achten, dass der Strom nachhaltig erzeugt wird. Nur dann können solche Maßnahmen auch zu dem gewünschten Erfolg führen. Daher lohnt es sich, diese Bereiche durchaus etwas kritischer zu betrachten.

Mini-Windkraftwerk für arme Menschen

Studenten der Universität Kassel haben jetzt ein Mini-Windkraftwerk gebaut, welches auch von sehr armen Menschen wie zum Beispiel in Entwicklungsländern genutzt werden kann. Als Vorbild diente das britische “V3 Windpower-Team”. Innerhalb von nur einer Woche erschufen rund 20 Studenten der Studiengänge Ökologische Landwirtschaft, Maschinenbau und Elektrotechnik so ein wirklich kleines Windkraftwerk. Dazu nutzten sie unter anderem ein Autoradlager sowie einen alten Sendemast.

Anhand des Mini-Kraftwerks ist es möglich, die Kraft des Windes in Strom umzuwandeln und das auch noch auf umweltschonende Art und Weise. Derzeit ist das Mini-Kraftwerk in der Lage, ungefähr eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen, was ungefähr für 50 20-Watt-Glühbirnen zum Leuchten bringen könnte. Je größer das Windrad dabei ausfällt, desto mehr Strom kann natürlich auch erzeugt werden. Mit einfachsten Mitteln könnten auf diese Weise auch die Menschen in den Entwicklungsländern diese Mini-Kraftwerke nachbauen, um kleinere Mengen Strom zu erzeugen.

Deutsche Bahn führt Ökoticket ein

Die Deutsche Bahn bietet für Großkunden nun ein Ökoticket an, mit dem diese künftig emissionsfrei reisen können sollen. Funktionieren soll das Ganze so, dass die Fahrten der Ökoticket-Nutzer bzw. der benötigte Strom für diese Fahrten berechnet wird und diese Menge Strom dann von einem Ökostrom-Anbieter bezogen werden soll. Der Aufpreis für das Ökoticket soll bei einem Fahrpreis von rund 100 Euro dann bei ca. 70 Cent liegen. Am Jahresende erhalten die Bahnkunden dann ein Zertifikat, in dem sie ihre CO2-freien Bahnfahrten einsehen können.

Die Deutsche Bahn will auf diese Weise den grünen Strom fördern und es haben sich auch schon viele Firmen, darunter auch die Deutsche Post, SAP und McDonalds für das Ökoticket angemeldet; aber Kritiker werden der Deutschen Bahn dennoch vor, dass dies nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sei und dass man selbst mit ein wenig mehr Aufwand noch deutlich mehr erreichen könnte, was den Klimaschutz angeht.

LED Lampen – Pro und Kontra

Nachdem einige Glühbirnen-Arten nun schon vom Markt genommen wurden, hat sich die Stiftung Warentest nun einmal die LED-Lampe vor geknöpft. Dabei kam heraus, dass diese – obwohl sie zwar wenig Strom verbrauchen – nicht ausreichend hell genug leuchten und darüber hinaus auch recht anfällig sind, was die Überhitzung angeht – wenn man zum Beispiel nicht für eine entsprechende Kühlung sorgt, ist die Lebensdauer der LED-Lampen relativ gering.

Obwohl die Lebensdauer der LED Lampen laut Verpackung bei rund 50.000 Stunden liegen sollte, versagten einige der getesteten Exemplare schon deutlich früher, einige sogar schon nach 1000 Stunden. Was die Stromkosten und den Klimaschutz angeht, erweisen sich die LED-Lampen zwar als vorteilhaft, allerdings sind sie immer noch relativ teuer und was ihre Tauglichkeit angeht, ist man sich auch noch nicht ganz im Klaren. Es bleibt also abzuwarten, vielleicht warten die Hersteller der Lampen ja auch im Laufe der Zeit noch mit verbesserten LEDs auf.