Archiv für Dezember 2011

Flexiblere Stromtarife gefordert

Nach einer Forderung des Bundesnetzagentur-Chefs Matthias Kurth sollten die Energieversorger bald flexiblere Stromtarife für ihre Kunden anbieten, wie er gegenüber den Zeitungen der WAZ-Gruppe mitteilte. Die Kunden würden Anreize benötigen, damit sie den Strom nicht zu Spitzenlastzeiten beziehen. Zum Beispiel könnte das Akku eines Elektroautos in den Nachtstunden aufgeladen werden, wenn Energie teilweise im Überfluss zur Verfügung steht. Laut seinen Angaben würden in der intelligenten Steuerung der Nachfrage gewaltige Potentiale stecken und könnte einen wesentlichen Anteil zur Energiewende beisteuern.

Er forderte die Verbraucher erneut zu einer stärkeren Wechselbereitschaft auf. Die Ersparnis durch einen Anbieterwechsel würde sich für eine Familie auf 200 Euro und mehr pro Jahr belaufen. Nur 15 Prozent der Bürger hätten ihren Energieversorger bislang gewechselt. Nach Angaben von Kurth hätten 50 Prozent der Kunden noch den teuersten Tarif beim Grundversorger. Die Strompreise werden der Deutschen Energieagentur nach bis zum Jahr 2020 um rund 20 Prozent teurer sein als heute.

Massenentlassungen bei den großen Stromversorgern?

Die großen Energieversorgern drohen mit der Entlassung von zehntausenden Mitarbeitern. Beim Energiekonzern RWE AG sollen allein 8000 Mitarbeiter entlassen werden im Rahmen einer Umstrukturierung. Die Gewerkschaften zeigen sich gegenüber der “Rheinischen Post” allerdings skeptisch. Die Verantwortlichen bei RWE trennt sich von einigen Beteiligungen und wird als Deinvestition bezeichnet. Laut dem RWE-Sprecher Volker Heck muss sich kein Mitarbeiter um seinen Arbeitsplatz sorgen, wenn alles so klappen sollte wie geplant.

Der Verkauf der Beteiligungen bedeute nicht die gleich die Kündigung von Mitarbeitern. Es sollen ausgewählte Gas- und Kohlekraftwerke in die Eigenverantwortung entlassen werden. Nach Angaben des Energiekonzerns könnten sich den Angestellten dadurch völlig neue Perspektiven eröffnen. Der Hauptgrund für die derzeit schwierige Situation sei der überraschende Atomausstieg. Die Abschaltung der Kernkraftwerk kostet Milliarden und zugleich müssen die Energieversorger die Stromversorgung sicherstellen. Diese Kosten müssen irgendwie ausgeglichen werden. Neben RWE sollen auch E.ON und EnBW bereits Entlassungen planen aber diese Pläne sind bisher nicht bestätigt worden.