Richtig Strom sparen
In fast jedem Haushalt stehen heimliche Stromfresser. Mit der Jahresabrechnung kommt manchmal erst die böse Überraschung - oft in Form einer hohen Nachzahlung. Niedrigere Strompreise helfen da nur wenig. Tatsache ist, dass es ohne große Umstände möglich ist, Strom und folglich Geld zu sparen. Sie können sogar selbst herausfinden, welche Elektrogeräte den meisten Strom im Haushalt verbrauchen: Dafür müssen Sie sich nur ein Strommessgerät ausleihen. Verbraucherzentralen, Umweltverbände und einige lokale Stromversorger bieten diesen kostenlosen Service. Die Messwerte vergleichen Sie nun mit den Verbrauchswerten sparsamer Geräte. Die größten Stromfresser können Sie somit enttarnen. Folgende Tipps können Ihnen auch beim Stromsparen helfen.
Kühlen
- Zu den größten Stromfressern im Haushalt gehören Kühl- und Gefriergeräte. Ihr Anteil des Jahresstromverbrauchs liegt durchschnittlich bei rund 20 Prozent. Wichtig sind beim Neukauf solcher Geräte daher die Effizienzklassen A, A+ oder besser noch A++. Eine Übersicht der effizienzgetesteten Geräte bietet Ihnen STIFTUNG WARENTEST Online.
- Ausserdem sollte der Kühlschrank nie direkt neben Heizung, Herd, Geschirrspüler oder Waschmachine stehen. Direkte Sonneneistrahlung sollte vermieden werden.
- Der Kühlschrank sollte regelmäßig abgetaut werden. Auf den äußeren Wärmetauschern am Besten Staub saugen.
- Sie sollten den Kühlschrank nicht zu kalt einstellen. 7°C reichen meist aus.
- Undichten Türen können Sie folgender Maßen auf die Schliche kommen: Eine eingeschaltete Taschenlampe ins Gerät legen und bei Dunkelheit prüfen ob Licht durch die Tür dringt. Wenn ja, einfach die Dichtung auswechseln.
- Sind Sie über einen längeren Zeitraum nicht zu Hause, sollten Sie den Kühlschrank abstellen.
Waschen
- Auch beim Kauf einer Waschmaschine sollten Sie auf die Effizienzklasse achten. Sie verbrauchen immerhin rund 15 Prozent des Stroms im Haushalt. Auch hierfür können Sie sich eine Übersicht der Stiftung Warentest einholen.
- Sie sollten die Waschmaschine komplett füllen um weitere Waschvorgänge zu vermeiden.
- Bei normaler Verschmutzung der Wäsche reichen meist 40°C aus. Höhere Temperaturen sind nur bei stark verschmutzter Wäsche zu empfehlen
- Da der meiste Strom beim Aufheizen des Wassers benötigt wird kann ein Anschluss an die -nichtelektrische- Warmwasserbereitung von Nutzen sein. In diesem Fall sollten Sie auf kurze Rohrleitungen achten.
- Die Schleuderkraft ist ebenfalls entscheident, denn umso trockener wird die Wäsche. Eine Waschmaschine mit mindestens 1200 Umdrehungen ist empfehlenswert, wenn Sie die Wäsche anschließend im Wäschetrockner trocknen. So sparen Sie Zeit und Strom. Falls Sie die Wäsche hinterher auf der Leine trocknen reichen etwa 1000 Umdrehungen. Geschirrspülen
- Geschirrspüler unterscheiden sich ebenfalls erheblich in ihrer Energieeffizienz. Es sind dazu ebenfalls Untersuchungen der Stiftung Warentest durchgeführt worden.
- Der Geschirrspüler sollte vor dem Anschalten komplett gefüllt sein.
- Sparprogramme reichen für normal verschmutztes Geschirr vollkommen aus. Außerdem sind sie gut für die Umwelt und den Geldbeutel.
Kochen
- Sie sollten immer den kleinstmöglichen Topf verwenden und diesen auf die passende Platte stellen. Ist die Platte größer als der Topf so vergeuden Sie viel Strom.
- Wenn Sie stets mit dem passenden Deckel für den jeweiligen Topf kochen sparen Sie rund 75 Prozent der Energie.
- Die Kochzeit wird bei unebenen Kochtöpfen verlängert. Sie sollten daher auf einen glattgeschliffenen Boden achten.
- Durch einen Schnellkochtopf sparen Sie ebenfalls Zeit und Strom.
- Sie sollten mit möglichst wenig Wasser kochen.
- Um auch die Nachwärme zu nutzen sollten Sie die Platte etwa zehn Minuten vor Ende der Gardauer abschalten.
Stand-by-Verbrauch
- Der Stand-by-Betrieb bei Kleingeräten treibt auch die Stromrechnung in die Höhe. Diese Netzteile sollten Sie an abschaltbare Steckdosenleisten anschließen.
- Fernsehgeräte, Stereoanlagen, DVD-Player, sowie Waschmaschinen und Geschirrspüler sollten Sie komplett abschalten. Bei der Waschmaschine, zum Beispiel, verbrauchen auch nach Inbetriebnahme die Sensoren für Wasserstand, Schlauchsicherheit, Temperatur usw. sinnlos Strom.
- Beim Neukauf von Geräten sollten Sie auf den Stromverbrauch im Stand-by-Betrieb achten.
Beleuchtung
- Die Beleuchtung kann einen 15-prozentigen Anteil des Stromverbrauchs im Haushalt ausmachen. So lange es geht sollten Sie daher das Tageslicht ausnutzen.
- In Fluren oder Treppenhäusern kann sich eine Abschaltautomatik bewähren.
- Einer verstärkte Wirkung der Beleuchtung erreichen Sie durch helle, reflektierende Lampenschirme und weiße Wände.
- In Bereichen, wo das Licht längere Zeit eingeschaltet ist, sollten Sie Energiesparlampen verwenden. Diese verbrauchen etwa 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Glühbirnen und halten obendrein viel länger.
Unbemerkte Stromfresser
- Solange akkubetriebene Geräte an die Stromversorgung angeschlossen sind ziehen Sie kontinuierlich Strom. Schnurlose Telefone sollten Sie daher erst wieder in die Ladestation stecken wenn diese fast vollständig entladen sind. Auch elektrische Zahnbürsten sollten nicht dauerhaft an die Stromversorgung angeschlossen sein.
- Beim Kauf eines Wasserbetts sollten Sie beachten, dass diese rund 1000 Kilowattstunden Strom verbrauchen um eine angenehme Körpertemperatur zu erhalten. Setzen Sie alle Stromfresser im Haushalt auf Diät, so fällt, im Bestenfall, die Stromrechnung nur noch halb so hoch aus. Auch die Umwelt wird davon provitieren.
